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Geister & Flüche·1/2·1
Photograph of Windsor Castle

The place

Windsor Castle

Herne der Jäger

Das Geweihphantom, das durch den Park von Windsor reitet, wenn die Nation in ihre dunkelste Stunde tritt

Spätes 14. Jahrhundert (Richard II.) — GegenwartWindsor Castle

Tief im Großen Park von Windsor, wo knorrige Eichen seit vor der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066 stehen, lebt eine Legende, die über sechshundert Jahre überdauert hat. Es ist die Geschichte von Herne dem Jäger: einer Geistergestalt mit mächtigem Hirschgeweih auf dem Kopf, die auf einem schwarzen Pferd durch den nächtlichen Wald reitet, gefolgt von einer Meute gespenstischer Hunde und dem markerschütternden Rasseln von Ketten. Er ist der berühmteste Geist der englischen Folklore — und der Park von Windsor ist sein ewiges Jagdrevier.

Moral der Geschichte

Wer eine edle Seele durch Grausamkeit und Undankbarkeit zerstört, muss damit rechnen, dass der Geist, den er gekränkt hat, zu einer ewigen Macht wird — weit schrecklicher als der lebende Mensch es je war

Figuren

H
Herne der Jäger — Königlicher Wildhüter, verflucht und in den Selbstmord getrieben
R
Richard II. (oder Heinrich VIII.) — Der König, dessen Leben Herne rettete
D
Der dunkle Fremde (Philip Urswick) — Mysteriöse Gestalt, die das Geweih band und Herne um einen schrecklichen Preis rettete
D
Die rivalisierenden Jäger — Die Herne verspotteten und schreckliche Schicksale erlitten
W
William Shakespeare — Der die Legende in «Die lustigen Weiber von Windsor» verewigte
C
Cernunnos — Der keltische Hirschgott, mit dem Herne in Verbindung gebracht wird

Quelle

William Shakespeare's "The Merry Wives of Windsor" (c. 1597), Samuel Ireland's "Picturesque Views on the River Thames" (1792), Harrison Ainsworth's "Windsor Castle" (1843), Margaret Murray's folklore research, local Windsor oral tradition