Im Jahr 946 stirbt ein Einsiedlermönch namens Iwan allein in einer Höhle hoch oben im Rila-Gebirge, in Bulgarien. Als seine Anhänger ihn finden, trauen sie ihren Augen nicht: Der Körper ist vollkommen unversehrt. Kein Anzeichen von Verwesung. In der orthodoxen Tradition gibt es dafür nur eine Erklärung — absolute Heiligkeit. Also bewahren sie seine Überreste als heilige Reliquien auf. Doch Iwans ewige Ruhe in dieser Berghöhle? Die war schon vorbei. Seine Gebeine standen kurz davor, gestohlen, umkämpft und fünfhundert Jahre lang quer über den Balkan getragen zu werden.
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Kronen & Eroberungen·2/2·1′

The place
Rila Monastery
Die wandernden Reliquien — Fünf Jahrhunderte unterwegs
Wie die Überreste eines Einsiedlers ein ganzes Volk über fünf Jahrhunderte zusammenhielten
Medieval Period (946-1469 AD)Rila Monastery
Moral der Geschichte
“Was heilig ist, kann jedes Imperium überdauern — manchmal reichen die Überreste eines einzigen Menschen, um die Identität eines ganzen Volkes über Jahrhunderte hinweg lebendig zu halten.”
Figuren
S
Saint Ivan of Rila (relics)T
Tsar SamuelA
Asen dynasty rulersT
Three brothers of KratovoQuelle
Patriarch Euthymius, Vita; the Rila Charter; Bulgarian medieval chronicles