Es gibt eine Tatsache, die jeden Mächtigen dieser Welt um den Schlaf bringen sollte: Das größte Imperium der antiken Welt fiel nicht durch eine Belagerung. Es fiel während eines Festes. In der Nacht des 12. Oktober 539 v. Chr. wurde Babylon — die am stärksten befestigte Stadt, die je gebaut wurde, mit Mauern so breit, dass Streitwagen darauf fahren konnten — erobert, während seine Herrscher sich betranken. Draußen lagerte die persische Armee. Und drinnen? Wurde Wein eingeschenkt.

The place
Babylon
Die Schrift an der Wand
MENE, MENE, TEKEL, UPHARSIN — die Nacht, in der eine Geisterhand das Todesurteil eines Imperiums an eine Palastwand schrieb
Moral der Geschichte
“Imperien kündigen ihr Ende nicht an. Sie feiern Feste. Sie trinken aus goldenen Bechern. Sie zählen ihre Mauern und reden sich ein, dass etwas, das seit Jahrhunderten steht, nicht in einer Nacht fallen kann. Aber die Geschichte führt ihre eigene Rechnung, und jedes Reich wird am Ende gewogen — mene, tekel, upharsin — gezählt, gewogen, geteilt. Die Schrift steht immer an der Wand. Die Frage ist nur, ob jemand nüchtern genug ist, sie zu lesen.”
Figuren
Quelle
Daniel 5 (biblical account of Belshazzar's feast); The Nabonidus Chronicle (BM 35382, British Museum); The Cyrus Cylinder (BM 90920, British Museum); Herodotus, Histories I.191 (fall of Babylon); Xenophon, Cyropaedia VII.5 (festival and river diversion); The Verse Account of Nabonidus (BM 38299); Beaulieu, Paul-Alain. The Reign of Nabonidus, King of Babylon 556-539 B.C., Yale University Press, 1989; Kuhrt, Amélie. 'The Cyrus Cylinder and Achaemenid Imperial Policy,' Journal for the Study of the Old Testament 25, 1983; Collins, John J. Daniel: A Commentary on the Book of Daniel, Fortress Press, 1993