Syrische Wüste, zweihundert Kilometer bis zur nächsten Küste. Sand und Fels, soweit das Auge reicht. Und mitten im Nichts sprudelt eine warme Quelle aus dem Gestein. Dattelpalmen wachsen drumherum. Eine Oase. Dann, gegen jede Logik, eine der reichsten Städte der Antike. Die Araber nannten sie Tadmor — „Stadt der Dattelpalmen“. Die Griechen tauften sie Palmyra. Die Bibel behauptet, Salomo habe sie erbaut. Fast sicher falsch — aber der Ort war so sagenhaft reich, dass nur der weiseste König der Geschichte als Gründer glaubhaft schien.

The place
Palmyra
Die Braut der Wüste
Wie eine warme Quelle in der syrischen Wüste die reichste Karawanenstadt der Seidenstraße hervorbrachte — und warum ein fünf Meter langes Steuergesetz in Stein die Geschichte einer ganzen Zivilisation erzählt
Moral der Geschichte
“Die größten Vermögen werden nicht von denen aufgebaut, die Territorien erobern, sondern von denen, die zwischen Welten übersetzen — und die dauerhafteste Macht gehört nicht dem Imperium, das Gehorsam erzwingt, sondern der Kreuzung, die sich für alle unentbehrlich macht.”
Figuren
Quelle
Pliny the Elder, Naturalis Historia V.88; Josephus, Antiquities of the Jews VIII.6.1; The Palmyra Tariff inscription (CIS II 3913), 137 AD, Hermitage Museum, St. Petersburg; Starcky, Jean, ‘Palmyre,’ Supplement au Dictionnaire de la Bible, 1966; Browning, Iain, Palmyra, 1979; Smith, Andrew M. II, Roman Palmyra: Identity, Community, and State Formation, 2013; Stoneman, Richard, Palmyra and Its Empire, 1994