Herodes der Große hatte vor allen Angst. König von Judäa war er seit dem Jahr 37 v. Chr. — aber nicht, weil sein Volk ihn gewählt hätte. Der römische Senat hatte ihm den Titel gegeben, und römische Legionen setzten ihn durch. Seine Untertanen verachteten ihn. Er war Idumäer, aus einer Familie, die erst eine Generation zuvor zwangsweise zum Judentum bekehrt worden war. Er heiratete die Prinzessin Mariamne aus der alten Königsdynastie der Hasmonäer, um seine Herrschaft zu festigen. Am Ende ließ er sie hinrichten — zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Großvater und zwei seiner eigenen Söhne. Und als wären die inneren Feinde nicht genug: Kleopatra von Ägypten wollte sein ganzes Königreich.

The place
Masada
Die unmögliche Festung des Herodes
Ein paranoider König baute Swimmingpools, Freskenpaläste und Fußbodenheizung auf eine Wüstenklippe — und brauchte sie nie
Moral der Geschichte
“Die Festungen, die wir gegen eingebildete Katastrophen errichten, bleiben manchmal für immer leer — aber sie überdauern und warten auf Menschen, die wir uns nie vorgestellt haben, die sie für Zwecke nutzen, von denen wir nie geträumt hätten. Die großartigsten Bauwerke entstehen nicht immer aus den edelsten Motiven; manchmal sind es Angst und Größenwahn, die die erstaunlichsten Spuren auf dieser Erde hinterlassen.”
Figuren
Quelle
Josephus, Flavius. Bellum Judaicum, Book VII; Josephus, Flavius. Antiquities of the Jews, Book XV; Yadin, Yigael. Masada: Herod's Fortress and the Zealots' Last Stand, 1966; Netzer, Ehud. The Architecture of Herod the Great Builder, 2006; Netzer, Ehud. Masada III: The Buildings, Stratigraphy and Architecture, Israel Exploration Society, 1991; UNESCO World Heritage Nomination Dossier #1040, 2001