Frühling des Jahres 73. Die Zehnte Legion Roms hatte monatelang eine gewaltige Rampe aufgeschüttet, um die Mauern von Masada zu erreichen — einer Festung auf einem Felsplateau hoch über dem Toten Meer. Als sie endlich die äußere Mauer durchbrachen, errichteten die Verteidiger eine Notmauer aus Holz und Erde. Die Römer steckten sie in Brand. Der Wind trieb die Flammen kurz gegen Roms eigenen Belagerungsturm — dann drehte er. Bei Einbruch der Nacht war die Mauer verschwunden. Zehntausend Soldaten warteten auf die Morgendämmerung. Keine Mauern mehr. Nur noch eine Entscheidung.

The place
Masada
Die letzte Nacht auf Masada
960 jüdische Verteidiger wählten den Tod statt römischer Versklavung — sie losten aus, wer ihr Leben beenden sollte, in der erschütterndsten letzten Stellung der Geschichte
Moral der Geschichte
“Freiheit ist nicht bloß die Abwesenheit von Ketten — sie ist das souveräne Recht, über sein eigenes Schicksal zu bestimmen, selbst wenn jeder Weg ins Dunkel führt. Das Maß eines Volkes ist nicht, ob es überlebt, sondern ob es sich weigert, das preiszugeben, was das Überleben erst lebenswert macht.”
Figuren
Quelle
Josephus, Flavius. Bellum Judaicum (The Jewish War), Book VII, chapters 252-406; Yadin, Yigael. Masada: Herod's Fortress and the Zealots' Last Stand, 1966; Magness, Jodi. Masada: From Jewish Revolt to Modern Myth, Princeton University Press, 2019; Cohen, Shaye J.D. 'Masada: Literary Tradition, Archaeological Remains, and the Credibility of Josephus,' Journal of Jewish Studies 33, 1982