Das Königreich, das am 2. Januar 1492 starb, beging seit einem Jahrzehnt Selbstmord. Die Nasriden-Dynastie hatte Granada zweihundertsechzig Jahre lang regiert und die Alhambra zum schönsten Palast der Welt gemacht. Dann verliebte sich Sultan Abu'l-Hasan in eine christliche Gefangene namens Soraya und verstieß seine Frau Aischa und ihren Sohn Boabdil. Aischa — mit dem Beinamen ‚die Freie Frau' — floh aus dem Turmgefängnis, indem sie sich an verknoteten Laken hinunterließ, verbündete sich mit dem mächtigen Abencerragen-Clan und half Boabdil 1482, die Alhambra zu erobern. Das Emirat spaltete sich entzwei. Ferdinand und Isabella beobachteten von jenseits der Grenze — wie Ärzte, die einem Patienten zusehen, der sich selbst zugrunde richtet.

The place
Alhambra
Boabdils letzter Seufzer
Der letzte muslimische König Europas gab das Paradies her — und seine Mutter sagte, er weine wie eine Frau
Moral der Geschichte
“An den Mauern der Alhambra steht noch immer auf Arabisch: 'Wa la ghalib illa Allah' — Es gibt keinen Sieger außer Gott. Jedes Imperium fällt. Jedes Paradies ist vergänglich. Das einzige Reich, das bleibt, ist das im menschlichen Herzen — doch selbst das geben jene preis, die zu zerstritten sind, um es zu verteidigen.”
Figuren
Quelle
Hernando de Baeza, Historia de los Reyes Moros de Granada (early 16th c.) -- eyewitness account by Boabdil's interpreter; Irving, Washington. Tales of the Alhambra, 1832; Irving, Washington. A Chronicle of the Conquest of Granada, 1829; Anonymous, Nubdhat al-Asr (Arabic primary chronicle of the fall); Hernando del Pulgar, Cronica de los Reyes Catolicos (late 15th c.); Drayson, Elizabeth. The Moor's Last Stand: How Seven Centuries of Muslim Rule in Spain Came to an End, 2017; Treaty of Granada, Capitulaciones de Granada, November 25, 1491