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Verschollen & Wiedergefunden·6/6·1
Photograph of Persepolis

The place

Persepolis

Die Frauen, die das Weltreich lenkten

Dreißigtausend Tontafeln enthüllten, was kein griechischer Historiker je festhielt: ein Imperium, das Frauen gleich bezahlte, Mutterschutz gewährte und von Königinnen geformt wurde, die bestimmten, wer den Thron bestieg

509–494 BCE (Fortification Tablets); broader Achaemenid period 550–330 BCEPersepolis

In den 1930er Jahren brachen Archäologen eine Mauer in Persepolis auf — Hauptstadt des Persischen Reiches im heutigen Iran — und fanden dreißigtausend Tontafeln darin versiegelt. Abrechnungen. Wer bezahlt wurde, wie viel Getreide, wie viele Arbeiter. Trockener Stoff. Bis jemand sie tatsächlich las. In diesen Quittungen steckte der Beweis, dass das größte Reich der Erde Frauen für dieselbe Arbeit genauso bezahlte wie Männer — fünfundzwanzig Jahrhunderte bevor sonst jemand darüber diskutierte.

Moral der Geschichte

Vierundzwanzig Jahrhunderte lang erzählte sich die westliche Welt, das Persische Reich sei ein Königreich wie jedes andere gewesen — eines, in dem Frauen nichts zu sagen hatten. Dann sprengten dreißigtausend Tontafeln diesen Mythos. Sie zeigten ein Imperium, in dem Frauen denselben Lohn erhielten, Mutterschutz bekamen, riesige Güter verwalteten und bestimmten, wer auf dem Thron saß. Der Beweis war die ganze Zeit da — versiegelt in einer Mauer, gehärtet durch Feuer, wartend darauf, dass jemand sich die Mühe machte, ihn zu lesen.

Figuren

A
Atossa (daughter of Cyrus, kingmaker)
I
Irdabama (wealthy estate owner)
A
Artystone (Darius's favorite wife)
T
The women supervisors of the Fortification Tablets
R
Richard Hallock (decipherer of the tablets)

Quelle

Hallock, R.T., Persepolis Fortification Tablets (1969); Henkelman, Wouter, The Other Gods Who Are (2008); Brosius, Maria, Women in Ancient Persia (1996); Koch, Heidemarie, Frauen und Schlangen (2002); Llewellyn-Jones, Lloyd, King and Court in Ancient Persia (2013); Herodotus, Histories III.133-134, VII.2-3; Aeschylus, The Persians (472 BCE); Briant, Pierre, From Cyrus to Alexander (2002)