Im Süden des Iran, inmitten der Ruinen einer Stadt, die einst die größte Zeremonialhauptstadt der antiken Welt war, gibt es eine in Stein gemeißelte Treppe, die unser Verständnis von Macht für immer verändert hat. Persepolis. Auf dieser Treppe schreiten dreiundzwanzig Völker aus dem größten Reich, das die Menschheit je gesehen hatte, in steinerner Prozession auf ihren König zu. Jedes trägt seine eigene Kleidung. Jedes bringt seine eigenen Gaben. Jedes bewahrt seine eigene Identität. Niemand kniet. Niemand ist in Ketten. In der Antike war das beispiellos.

The place
Persepolis
Niemand kniete
Das größte Reich der Antike meißelte eine Idee in Stein, die niemand gewagt hätte: Eroberte Völker schreiten aufrecht vor ihren König
Moral der Geschichte
“Wahre Macht zeigt sich nicht darin, die Schwächeren zu zermalmen, sondern darin, ihnen zu erlauben, aufrecht vor einem zu stehen — die Reliefs der Apadana sind das schönste Argument der Geschichte: Die Größe eines Reiches misst sich nicht an der Gleichförmigkeit, die es erzwingt, sondern an der Vielfalt, die es trägt.”
Figuren
Quelle
Schmidt, Erich F., Persepolis I: Structures, Reliefs, Inscriptions (1953); Root, Margaret Cool, The King and Kingship in Achaemenid Art (1979); Briant, Pierre, From Cyrus to Alexander (2002); Garrison, Mark and Root, Margaret Cool, Seals on the Persepolis Fortification Tablets (2001–); Kuhrt, Amélie, The Persian Empire: A Corpus of Sources (2007)