Am Vorabend von Ostern wird jede Flamme in der Grabeskirche gelöscht. Jede Lampe, jede Kerze — aus. Die Kirche versinkt in einer Dunkelheit wie ein versiegeltes Grab. Zehntausend Pilger stehen in dieser Schwärze, jeder mit dreiunddreißig unangezündeten Kerzen in den Händen — eine für jedes Lebensjahr Christi. Sie sind aus Athen und Addis Abeba gekommen, aus Moskau und Tiflis. Sie warten, wie alle Trauernden seit jeher gewartet haben: mit nichts als der Erinnerung an das Licht und dem Glauben, dass es zurückkehrt.

The place
Old City of Jerusalem
Das Heilige Feuer
Seit siebzehn Jahrhunderten erscheint eine Flamme in Christi Grab am Karsamstag — und niemand konnte je erklären, wie
Moral der Geschichte
“Ob Wunder oder Rätsel — das Heilige Feuer beantwortet etwas Tieferes als die Frage nach dem Beweis. Seit siebzehn Jahrhunderten kehren Menschen zum selben steinernen Grab zurück, weil sie ein uraltes Wissen in sich tragen: Dunkelheit hat nie das letzte Wort. Das Licht kommt zurück — wenn wir bereit sind, lange genug gemeinsam im Dunkeln auszuharren, um es zu empfangen.”
Figuren
Quelle
Egeria, Itinerarium Egeriae (c. 385 CE); Bernard the Monk, Itinerarium (c. 870 CE); William of Tyre, Historia (12th century); Skarlakidis, Haris, Holy Fire: The Miracle of the Light of the Resurrection at the Tomb of Christ, 2011; Cohen, Raymond, Saving the Holy Sepulchre, 2008; Cust, L.G.A., The Status Quo in the Holy Places, 1929; Greek Orthodox Patriarchate of Jerusalem, church chronicles; Nusseibeh, Sari, Once Upon a Country, 2007