Unter der goldenen Kuppel von Jerusalem ragt eine nackte Steinplatte aus dem Berg —achtzehn Meter lang, dreizehn breit— wie ein Knochen aus der Erde selbst. Die Juden nennen sie den Grundstein. Die Muslime al-Sakhra. Und beide Traditionen behaupten dasselbe: Als Gott die Welt erschuf, fing er hier an. Er setzte diesen Fels in die Leere wie ein Baumeister seinen Grundstein, und alles andere —die gesamte Schöpfung— breitete sich von diesem einen Punkt aus.

The place
Old City of Jerusalem
Der Stein, der sich erinnert
Ein Fels, drei Religionen und dreitausend Jahre Gebet auf dem Berg, an dem die Schöpfung begann
Moral der Geschichte
“Der Stein wählt nicht, wer vor ihm kniet. Er trägt alle Gebete gleichermaßen, in allen Sprachen, für jeden Namen Gottes. Vielleicht werden die Kinder Abrahams —alle miteinander— eines Tages erkennen, dass sie auf demselben Fels weinen, um dieselbe Gnade flehen. Es ist nicht an uns, dieses Werk zu vollenden. Aber wir sind auch nicht frei, es aufzugeben.”
Figuren
Quelle
Mishnah Yoma 5:2 (Foundation Stone dimensions); Josephus, The Jewish War (70 CE destruction); 1 Kings 6–8 (Solomon’s Temple); Genesis 22 (Binding of Isaac); Quran 17:1 (Isra reference); Creswell, K.A.C., Early Muslim Architecture (Dome of the Rock); Ritmeyer, Leen, The Quest: Revealing the Temple Mount in Jerusalem; Grabar, Oleg, The Shape of the Holy; William of Tyre, Historia (Crusader accounts); Ibn al-Athir, The Complete History (Saladin’s reconquest)