Die Feuer von Manikarnika sind nie erloschen. Kein einziges Mal. Zu jeder Stunde brennen Scheiterhaufen auf den Steinstufen am Ganges in Varanasi — der heiligsten Stadt des Hinduismus. Zwölf Leichen gleichzeitig, Hunderte am Tag. Der Rauch steigt, die Asche treibt in den Fluss. Was diesen Ort einzigartig macht: Hindus glauben, dass der Tod hier nicht nur ein Leben beendet. Er bricht den gesamten Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt. Hier ist der Tod das Tor zur absoluten Freiheit.

The place
Varanasi (Kashi — City of Light)
Wo der Tod befreit
Am Verbrennungsplatz, wo die Feuer nie erloschen sind, hütet ein Unberührbarer die Flamme, die jede Seele befreit — und der Tod ist die heiligste Handlung der heiligsten Stadt der Welt
Moral der Geschichte
“Varanasi hat seinen heiligsten Ort nicht um einen Tempel gebaut, sondern um einen Scheiterhaufen — und dabei etwas entdeckt, vor dem der Rest der Welt ein Leben lang davonläuft: Der einzige Weg, wirklich frei zu sein, ist aufzuhören, sich vor dem Feuer zu fürchten.”
Figuren
Quelle
Parry, Jonathan P. Death in Banaras, Cambridge University Press, 1994; Eck, Diana L. Banaras: City of Light, Princeton University Press, 1982; Justice, Christopher. Dying the Good Death: The Pilgrimage to Die in India’s Holy City, SUNY Press, 1997; Skanda Purana, Kashi Khanda (12th-14th century CE); Markandeya Purana (Harishchandra legend); Bhutiani, Shubhashish. Hotel Salvation (Mukti Bhawan), 2016 film, Venice Film Festival