Im Jahr 1665 kam ein französischer Edelsteinhändler namens Jean-Baptiste Tavernier nach Agra. Er hatte die Welt sechs Mal auf der Jagd nach Diamanten durchquert und sich bis an den Mogulhof vorgearbeitet. Am Ufer der Yamuna erzählten ihm seine Führer etwas Unglaubliches: Kaiser Shah Jahan hatte sich nicht mit dem weißen Taj Mahal für seine verstorbene Frau begnügt. Er hatte ein zweites geplant — identisch, aber komplett aus schwarzem Marmor — als sein eigenes Grab auf der anderen Flussseite.

The place
Taj Mahal
Das Schwarze Taj
Der Klatsch eines französischen Juwelenhändlers, der Irrtum eines viktorianischen Archäologen und die schönste Architekturlegende, die nie existiert hat
Moral der Geschichte
“Die beständigsten Legenden sind nicht die wahren, sondern die, die zu schön sind, um sie aufzugeben — und manchmal ist das Spiegelbild eines Meisterwerks, zitternd auf dunklem Wasser, ergreifender als jedes Bauwerk, das Menschenhände je errichten könnten.”
Figuren
Quelle
Jean-Baptiste Tavernier, Les Six Voyages (1676, trans. V. Ball 1889); A.C.L. Carlleyle, Archaeological Survey of India Reports (1871); Elizabeth B. Moynihan et al., The Moonlight Garden: New Discoveries at the Taj Mahal, Smithsonian/University of Washington Press (2000); Ebba Koch, The Complete Taj Mahal and the Riverfront Gardens of Agra (2006); R. Nath, The Taj Mahal and Its Incarnation (1985); Wayne E. Begley, 'The Myth of the Taj Mahal and a New Theory of its Symbolic Meaning,' The Art Bulletin Vol. 61 No. 1 (1979)