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Baumeister & Wunder·2/3·1
Photograph of Taj Mahal

The place

Taj Mahal

Hände für die Ewigkeit

Die düstere Legende der verstümmelten Arbeiter, der universelle Mythos des bestraften Schöpfers und die Wahrheit über die Meisterbauer des Taj Mahal

1632–1653 (Bau des Taj Mahal); Ursprünge des Mythos ungewiss, populär seit dem 19.–20. JahrhundertTaj Mahal

In Agra, Indien — direkt im Schatten des Taj Mahal — erzählt man sich eine Geschichte, die einem den Atem nimmt. Als Kaiser Shah Jahan sein Meisterwerk 1653 vollendete, ließ er angeblich allen zwanzigtausend Arbeitern die Hände abhacken. Damit niemand jemals etwas so Schönes bauen könnte. Manche Versionen behaupten, er habe ihnen auch die Augen ausgestochen. Es ist eine der berühmtesten Legenden der Welt. Und sie ist komplett erfunden.

Moral der Geschichte

Die wahre Geschichte des Taj Mahal erzählt nicht davon, dass Schönheit Leid erfordert, sondern dass Schönheit Freiheit erfordert — und das größte Denkmal der Liebe auf Erden wurde nicht von Sklaven oder Gefangenen errichtet, sondern von freien Händen, fair bezahlt, stolz signiert und von Vätern an Söhne weitergegeben.

Figuren

S
Shah Jahan (Kaiser)
U
Ustad Ahmad Lahori (leitender Architekt, „Wunder seiner Zeit“)
A
Amanat Khan Shirazi (Meisterkalligraph, geboren als Abd ul-Haq)
L
Lutfullah Muhandis (Sohn von Ahmad Lahori, Dichter und Mathematiker)
A
Ataullah Rashidi (Sohn von Ahmad Lahori, Architekt des Bibi Ka Maqbara)
E
Ebba Koch (Kunsthistorikerin, Universität Wien)

Quelle

Abdul Hamid Lahori, Padshahnama (c. 1648); Lutfullah Muhandis, Diwan-i-Muhandis (manuscript, Mahmud Banglori collection, Bangalore); Ebba Koch, The Complete Taj Mahal and the Riverfront Gardens of Agra (2006); Stith Thompson, Motif-Index of Folk-Literature (1955-58), motifs W181.2 and S165.7; S. Irfan Habib, Jawaharlal Nehru University; Rana Safvi, ‘The Architect of the Taj Mahal’ (2019)