Im Libanon steht ein römischer Tempel, der größer ist als der Parthenon — und fast niemand kennt ihn. Der Bacchus-Tempel in Baalbek ragt einunddreißig Meter in die Höhe, mit Säulen, die fast doppelt so hoch sind wie die in Athen. Erbaut um 150 n. Chr., ist er der besterhaltene römische Tempel der Welt. Der Abenteurer Richard Halliburton nannte ihn in den 1930er-Jahren den »Hof des Glücks« — ein Name, den die Einheimischen seit Jahrhunderten benutzten. Aber Glück trifft nicht annähernd, was hier geschah.

The place
Baalbek
Der Tempel der Ekstase
Im besterhaltenen römischen Tempel der Welt durchlebten Eingeweihte Tod und Wiedergeburt in Ritualen, die den griechischen Bacchus mit dem phönizischen Adonis verschmolzen
Moral der Geschichte
“Jede Zivilisation hat dasselbe Unmögliche gesucht — eine Pforte zwischen Tod und Leben, einen Weg zu sterben und zurückzukehren, sich selbst zu verlieren und verwandelt wiederzufinden. Die Ruinen des Bacchus-Tempels sind der Beweis, dass für einen kurzen Moment der Geschichte, in einem Tal im Libanon, Tausende von Menschen glaubten, genau das gefunden zu haben.”
Figuren
Quelle
Macrobius, Saturnalia I.23; Euripides, The Bacchae; Ovid, Metamorphoses; Villa of the Mysteries, Pompeii (fresco cycle); Puchstein, Otto & Wiegand, Theodor. Baalbek: Ergebnisse der Ausgrabungen, 1921-1925; Halliburton, Richard. Complete Book of Marvels; Hajjar, Youssef. La triade d'Héliopolis-Baalbek, 1977; Pococke, Richard. A Description of the East, 1745