Nebukadnezar II. hat Babylon nicht einfach regiert — er hat es von Grund auf neu gebaut. Gewaltige Doppelmauern, breit genug für Streitwagen. Das legendäre Ischtar-Tor. Tempel, Paläste, Kanäle, eine steinerne Brücke über den Euphrat. Und auf jeden einzelnen Ziegel ließ er seinen Namen prägen. Archäologen haben Hunderttausende davon gefunden. Im British Museum kann man einen in die Hand nehmen und die Inschrift lesen: „Nebukadnezar, König von Babylon.“ Er baute keine Stadt. Er versuchte, seinen Namen unsterblich zu machen.

The place
Babylon
Der Wahnsinn des Königs
Der mächtigste König der Erde verlor den Verstand und lebte sieben Jahre lang wie ein Tier — eine Schriftrolle vom Toten Meer könnte verraten, wessen Geschichte es wirklich war
Moral der Geschichte
“Der höchste Baum im Wald ist der erste, den die Axt sieht. Nebukadnezars Wahnsinn war keine Strafe fürs Bauen — sondern dafür, dass er glaubte, das Gebaute gehöre ihm allein. Jeder Ziegel Babylons wurde aus Flusslehm geformt und von Menschenhänden gebrannt, und der König, der seinen Namen auf jeden einzelnen presste, vergaß, dass der Lehm älter war als seine Dynastie und sie überdauern würde. Das Heilmittel gegen Hochmut ist nicht Demütigung, sondern Perspektive: das Wissen, dass selbst der größte Baumeister am Ende nur ein Geschöpf der Erde ist.”
Figuren
Quelle
Daniel 4 (biblical account of Nebuchadnezzar's madness); 4Q242 Prayer of Nabonidus (Dead Sea Scrolls, Cave 4, Qumran); The Verse Account of Nabonidus (BM 38299, British Museum); 2 Kings 25:27-30 (Evil-Merodach releases Jehoiachin); Wiseman, D.J. Nebuchadrezzar and Babylon, Oxford University Press, 1985; Collins, John J. Daniel: A Commentary on the Book of Daniel, Hermeneia Series, Fortress Press, 1993; Beaulieu, Paul-Alain. The Reign of Nabonidus, King of Babylon 556-539 B.C., Yale University Press, 1989; Henze, Matthias. The Madness of King Nebuchadnezzar, Brill, 1999