Khaled al-Asaad verbrachte fünfzig Jahre damit, jeden Tag dieselben Ruinen abzulaufen. 1932 in Tadmor geboren — der syrischen Kleinstadt neben dem antiken Palmyra —, wuchs er zwischen Kolonnaden auf wie andere Kinder im Hinterhof. Geschichte in Damaskus studiert, zurückgekommen, 1963 Direktor der Altertümer von Palmyra. Vierzig Jahre. Als er 2003 in Rente ging, änderte sich nichts — er war jeden Morgen da. Seine Tochter nannte er Zenobia, nach Palmyras Kriegerönigin. Die Ruinen waren nicht sein Arbeitsplatz. Sie waren er selbst.

The place
Palmyra
Der Wächter von Palmyra
Der 83-jährige Archäologe, der Palmyra fünfzig Jahre lang beschützte — und lieber starb, als es an jene zu verraten, die kamen, um alles zu zerstören
Moral der Geschichte
“Es gibt jene, die zerstören, weil sie fürchten, was die Vergangenheit über die Weite menschlicher Möglichkeiten offenbart — und jene, die lieber sterben, als sie zu verraten. Die Steine werden wiederaufgebaut oder auch nicht, aber die Entscheidung eines alten Mannes mit Brille, schweigend vor seinen Henkern, ist ein Denkmal, das kein Sprengstoff erreichen kann.”
Figuren
Quelle
UNESCO statements, August 18-20, 2015; Abdulkarim, Maamoun, interviews on Syrian heritage evacuation efforts; The Guardian, New York Times, BBC reporting, August 2015; Gawlikowski, Michał, tributes and interviews; ASOR Cultural Heritage Initiatives documentation of Palmyra destruction; UNOSAT satellite imagery analysis, 2015-2017