Kashyapa tötete seinen eigenen Vater. So beginnt diese Geschichte. Im Jahr 477 stürzte er König Dhatusena von Sri Lanka — ließ ihn bei lebendigem Leib in eine Mauer einmauern — und riss den Thron an sich. Aber sein Halbbruder Moggallana, der rechtmäßige Erbe, floh noch in derselben Nacht. Ein junger Prinz, der durch die Dunkelheit Richtung Südindien rannte. Kashyapa wusste, dass er zurückkommen würde. Also baute er einen Palast auf einem zweihundert Meter hohen Felsen mitten im Dschungel. Eine Festung, die kein Heer erreichen konnte.

The place
Sigiriya
Der Sturz des Königs
Nach achtzehn Jahren in seiner Himmelsfestung ritt der König, der seinen Vater ermordet hatte, hinab, um sich der Armee seines Bruders zu stellen — und verlor in einem schrecklichen Moment alles
Moral der Geschichte
“Kashyapa baute seine Festung, um dem zu entkommen, was er getan hatte. Aber es waren nicht die Mauern, die versagten — es war das Verbrechen selbst. Ein Heer, das einem Mann dient, der seinen eigenen Vater getötet hat, ist ein Heer, das auf den Moment wartet zu gehen. Und in seinem letzten Augenblick, als er sich die Kehle aufschnitt und den Dolch zurück in die Scheide schob, bewies Kashyapa, dass das Einzige, was er jemals wirklich beherrscht hatte, er selbst war.”
Figuren
Quelle
Culavamsa, chapters 38-39 (Geiger translation, 1929); De Silva, K.M. A History of Sri Lanka, 1981; Bandaranayake, Senake. Sigiriya: City, Palace and Royal Gardens, 2005; Gunawardana, R.A.L.H. Robe and Plough: Monasticism and Economic Interest in Early Medieval Sri Lanka, 1979; UNESCO World Heritage Nomination File 202