In die Treppe von Persepolis — der Zeremonienstadt, die Darius der Große im heutigen Iran bauen ließ — ist ein Löwe gemeißelt, der einem Stier die Zähne ins Fleisch schlägt. Keine Verzierung: ein Kalender. Löwe verdrängt Stier — das markiert die Tagundnachtgleiche, wenn Tag und Nacht exakt gleich lang sind. Dieser Moment heißt Nowruz, «Neuer Tag» — das persische Neujahr, gefeiert seit 2.500 Jahren. Darius baute Persepolis nicht zum Regieren. Er baute es für die Wiedergeburt der Welt.
0%
Propheten & Pilger·3/6·1′

The place
Persepolis
Nowruz: Der Tag, an dem die Welt wiedergeboren wird
Das älteste Fest der Erde — und weder Feuer noch Eroberung noch Revolution konnten es töten
515 v. Chr.–Gegenwart; 1971 n. Chr. (Feier des Schahs)Persepolis
Moral der Geschichte
“Imperien fallen, Religionen wandeln sich, Revolutionen verschlingen ihre Kinder — doch bei jeder Frühlings-Tagundnachtgleiche decken dreihundert Millionen Menschen den Tisch, putzen ihre Häuser und erklären die Welt für neugeboren. Nowruz gehört nicht einem König — es gehört der Drehung der Erde.”
Figuren
D
Darius I. (der die Bühne für Nowruz erbaute)D
Dschamschid (der mythische König des Nowruz)M
Mohammad Reza Schah (die Feier von 1971)F
Ferdowsi (Dichter des Shahnameh)D
Die 300 Millionen, die noch immer feiernQuelle
Ferdowsi, Shahnameh, trans. Dick Davis (2006); Boyce, Mary, 'Nowruz,' Encyclopaedia Iranica; Briant, Pierre, From Cyrus to Alexander (2002); Milani, Abbas, The Shah (2011)